Seeheim-Jugenheim, 25. September 2026. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisiert, dass der Gemeindevorstand weiterhin keinen nachvollziehbaren Plan für die Umsetzung des Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts vorgelegt hat. Auch auf eine Nachfrage in der Sitzung der Gemeindevertretung am 24. September erläuterte die Bürgermeisterin nicht, welche Maßnahmen künftig priorisiert, koordiniert und mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden sollen.
Die entsprechende Anfrage der Fraktion wurde zwar ausführlich als Tätigkeitsbericht über bereits umgesetzte und laufende Aktivitäten beantwortet. Dieses Engagement erkennt die Grüne Fraktion ausdrücklich an. Der Bericht ist jedoch überwiegend rückblickend und kann eine strategische Planung durch die Verwaltungsleitung nicht ersetzen.
„Wir haben nicht nur gefragt, was in der Vergangenheit erledigt wurde. Wir wollten wissen, welchen Plan die Bürgermeisterin für die kommenden Jahre hat. Welche Maßnahmen haben Vorrang? Wer koordiniert die beteiligten Fachdienste? Welche personellen und finanziellen Mittel werden benötigt? Auf diese entscheidenden Fragen haben wir keine Antwort erhalten“, erklärt Christina Scobie, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen.
Nach Angaben der Verwaltung entfallen derzeit lediglich etwa 25 Prozent der Stelle der Beauftragten für Klimaschutz, Klimaanpassung und Umweltschutz auf den Bereich Klimaanpassung. Gleichzeitig umfasst ihr Aufgabengebiet weitere große Themen wie Klimaschutz, Umweltschutz, Gemeindewald und kommunale Wärmeplanung. Viele Maßnahmen müssen zudem fachbereichsübergreifend gemeinsam mit dem Betriebshof, dem Gebäudemanagement und der Planung umgesetzt werden.
„Gerade bei knappen Personalressourcen braucht es klare Prioritäten, verbindliche Zuständigkeiten und realistische Zeitpläne. Ohne koordiniertes Planen und Lenken droht die Umsetzung der beschlossenen Konzepte im Tagesgeschäft stecken zu bleiben“, so Scobie weiter.
Die Grüne Fraktion fordert deshalb vom Gemeindevorstand einen priorisierten Maßnahmen- und Zeitplan für die kommenden Jahre. Dieser soll Verantwortlichkeiten, erforderliche Personal- und Haushaltsmittel, Fördermöglichkeiten sowie ein regelmäßiges Controlling enthalten. Der Klimawandel ist bereits weit vorangeschritten und zeigt uns seit Monaten eindrücklich, was in den kommenden Jahren zu erwarten ist. Es besteht dringend Handlungsbedarf.
„Seeheim-Jugenheim hat zwei umfangreiche Konzepte beschlossen. Jetzt muss die Verwaltungsleitung zeigen, wie daraus konkrete Veränderungen werden. Wir haben die Konzepte – jetzt braucht es Führung und Umsetzung.“

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