Pressemitteilung: Naherholungsgebiet Neben Schenkenäckern: GRÜNE fordern Erhalt und warnen vor Gewerbeplanung

Naherholungsgebiet Neben Schenkenäckern

Das Gebiet Neben Schenkenäckern westlich von Seeheim-Jugenheim ist als Naherholungsgebiet und ökologisch wertvolle Fläche von zentraler Bedeutung für die Region. Dies wurde bei einem Spaziergang der GRÜNEN Seeheim-Jugenheim am 1. März deutlich, an dem zahlreiche Bürger:innen teilnahmen. Claudia Schlipf-Traup, Mitglied der Regionalversammlung für die Grünen im Landkreis Darmstadt-Dieburg, erläuterte die Risiken durch aktuelle politische Entscheidungen: „Das Gebiet ist im Entwurf des Regionalplans Südhessen als Landwirtschafts- und Forstfläche sowie als regionaler Grünzug vorgesehen. Doch die Gemeindevertretung hat im Dezember 2025 mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP beschlossen, eine Umwidmung für Gewerbe vorzuschlagen – gegen die Stimmen von GRÜNEN und Linken.“

Ein älterer Teilnehmer des Spaziergangs schilderte die Bedeutung des Areals aus persönlicher Perspektive: „Ich kann nicht mehr den Berg hoch in den Wald gehen. Deshalb ist dieses Gebiet für mich und viele andere zur täglichen Naherholung so wichtig. Unvorstellbar, wenn hier Gewerbe entsteht.“ Schlipf-Traup stellte klar, dass eine Umwidmung zwar kein unmittelbares Baurecht schaffen würde, jedoch den Weg für künftige Gewerbegebiete erleichtert.

Das Gebiet Neben Schenkenäckern ist nicht nur für Erholungssuchende unverzichtbar, sondern auch aus naturschutzfachlicher Sicht von europäischer Bedeutung. Tino Westphal, Vorsitzender des NABU Seeheim-Jugenheim, erläuterte die ökologische Relevanz: „Die kleine Düne ist als FFH-Gebiet geschützt und beherbergt seltene Arten wie die Sand-Silberscharte. In den letzten 20 Jahren wurden mit erheblichem Aufwand weitere Lebensräume in dem Gebiet neu geschaffen, vernetzt und aufgewertet – eine Bebauung in der Umgebung würde diese Erfolge zunichtemachen.“

Auch aus finanzieller Sicht gibt es erhebliche Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens. Katja Ebert und Bernd Renz, Spitzenkandidat:innen der Grünen in Seeheim-Jugenheim, beide mit Expertise im Bereich Finanzen und Steuern, wiesen auf die hohen Erschließungskosten und die Möglichkeiten für Unternehmen hin, Gewerbesteuerzahlungen zu umgehen. „Die Gemeinde würde zunächst investieren müssen, ohne garantierte Einnahmen“, so Ebert und Renz.

Bereits vor über 20 Jahren scheiterte ein ähnliches Vorhaben an massivem Bürgerprotest, aufgrund von Belangen im Naturschutzrecht und mangelnder wirtschaftlicher Plausibilität. Die damalige Bürgerinitiative warnte mit dem Motto „Raubbau an der Natur gepaart mit wirtschaftlicher Unvernunft“ vor den Folgen. Die Planungen wurden 2005 schließlich eingestellt.

Die GRÜNEN Seeheim-Jugenheim fordern, das Gebiets als Naherholungs- und Naturschutzfläche sowie für Landwirtschaft zu erhalten und die Pläne für eine Umwidmung in ein Gebiet für Gewerbe zu verwerfen. „Die Entscheidung der Gemeindevertretung ignoriert die Bedürfnisse der Bürger:innen und die ökologischen sowie finanziellen Realitäten“, so Ebert und Renz abschließend.

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